Viele Übungen und Tools aus meinem “therapeutischen Rucksack” habe ich selbst angewendet bzw. tue es immer noch. Manche sind fester Bestandteil meines Alltags, andere kommen nur gelegentlich bei Bedarf zum Einsatz. So kam auch diese Übung Entspannung für die Augen in mein Repertoire. Angefangen hat es damit, dass ich zum Lesen eine Brille brauchte. Alter oder Überanstrengung? Oder beides zusammen? Egal. Seitdem habe ich jedenfalls öfter bemerkt, wie müde und überanstrengt sich meine Augen anfühlen während der Arbeit, spätestens aber am Abend, wenn ich noch etwas lesen wollte. Ich bin pragmatisch veranlagt, möchte mir selbst gern schnell und effektiv helfen können. So bin ich auf das Tibetische Rad im Buch: Vergiss Deine Brille gestoßen. (https://onlineaugentraining.de/leo-angart-team/) (Werbung unbezahlt im gesamten Beitrag / durch Markennennung und Verlinkung)

Was führt denn eigentlich zur Überanstrengung der Augen?

In der heutigen Zeit werden unsere Augen sicherlich mehr und vor allem anders beansprucht als früher. Wer Glück hat, hat ein Fenster an seinem Arbeitsplatz und profitiert etwas vom Tageslicht. Meist jedoch bedarf es künstlicher Beleuchtung in den Büro’s, Geschäften, Werkhallen etc. und dann ist es oft noch kombiniert mit Bildschirmarbeit. Frisches Grün von Bäumen und Wiesen, die entspannend wirken auf die Augen, sind meist nicht in greifbarer Nähe. Die stärkere Anspannung der Augenmuskeln und weiterleitend auch der Hals- Nacken – und Kaumuskulatur entsteht in erster Linie durch arbeiten am Computer, die Benutzung von Handys und die damit verbundene Köper- und Kopfhaltung aber auch durch’s Fernsehen. Ebenso haben aber auch stetig wiederkehrende Arbeitsabläufe mit starker Beanspruchung der Arme/Nacken reflektorisch einen Einfluss auf unsere Augen (bei z.B. Kassierer/innen, Handwerker etc.). Vergessen möchte ich auch nicht die Schüler. Die Sitzanordnung in den Klassenräumen und die Entfernung zur Tafel können schon auch bei jungen Menschen anstrengend für die Augen sein. zum Beispiel auch dann, wenn Tageslicht sich an der Tafel reflektiert. Da doch viele von uns durch einen oder mehrere Gründe betroffen sind, denke ich, dass eine einfache Augenentspannungsübung sehr sinnvoll ist 🙂

Was kann man denn nun tun?

Also am aller einfachsten ist natürlich ein Spaziergang im Wald oder Park. Nichts mit den Augen fixieren, den Blick in die grünen Baumkronen schweifen lassen oder über Wiesen – das entspannt am besten. Farben wirken generell sehr entspannend auf die Augen. Es ist also auch möglich, ein schönes, farbenfrohes Bild zu betrachten (https://blog.ina-ehlert.de/farbdialog/) Wenn es euch zeitlich oder örtlich nicht möglich ist raus zugehen, dann ist die folgende Übung vielleicht genau richtig: Obwohl es sich vielleicht erstmal als Anstrengung für die Augen anfühlt, werden die Augenmuskeln dabei gedehnt und entspannt. Denn oftmals wissen unsere Muskeln schon gar nicht mehr, wie Entspannung geht. Dazu ist ein einfacher Trick hilfreich – einmal ganz stark anspannen und dann lösen, am besten in Verbindung mit der Atmung.

So, los geht’s Am besten druckst Du Dir das Tibetische Rad auf DIN A4 aus.

Der Ablauf ist ganz einfach

Du hältst das Tibetische Rad direkt vor Deine Nasenspitze oder klebst es an die Wand und stellst Dich davor. Wenn Du Brillenträger bist, nehme bitte Deine Brille für die Übung ab. Der kleine weiße Kreis in der Mitte sollte dabei in Höhe Deiner Nasenspitze sein. Die Entfernung zum Blatt kann 2,5 – 5 cm betragen oder die Nasenspitze berührt das Blatt. Es geht nicht darum, das Bild scharf zu erkennen, nur die Umrisse.

  • dann atmest Du ein und wanderst währenddessen mit den Augen an der längsten Zacke entlang nach oben bis zur Kugel, dort verweilen und ausatmen
  • wieder einatmen und beim Ausatmen an der Zacke entlang wieder nach unten Richtung Mitte wandern mit den Augen bis zum kleinen weißen Kreis
  • so wanderst Du einmal komplett an allen Zacken und Strichen des Tibetischen Rad’s entlang (zuerst im Uhrzeigersinn und dann entgegen dem Uhrzeigersinn)
  • wichtig ist es langsam zu arbeiten, lieber einmal mehr zwischenatmen
  • und probiere einfach aus, ob Du “einäugig” oder “beidäugig” arbeiten möchtest oder beides

Der Effekt

Durch diese einfache Übung wird das Sehen wieder klarer. Und das innerhalb von 3-4 Minuten. Selbst wenn der Wow-Effekt beim ersten Mal üben noch nicht so da ist – Deine Augen freuen sich!! Sie hatten eine Auszeit von “Tagesgeschäft” und alle möglichen Bewegungsrichtungen unserer Augen wurden mal aktiviert. Vielleicht hast Du dabei gemerkt, dass die eine oder andere Blickrichtung schwerer oder leichter ging? Sehr gut. Ein toller Hinweis darauf, wie abgeschwächt die Augenmuskeln und verkürzt/verklebt die Faszien sind. Merke es Dir und nutze es als Bewertungsskala für den Fortschritt, den Du durch das Wiederholen der Übung erzielst. Eine Kombination mit Entspannungsmusik ist natürlich auch möglich. (z.B. Bilaterale Hemisphärenstimulation) Dann fährt auch unser Denkapparat etwas runter (alpha-Zustand des Gehirns https://www.carpediem.life/2138/alpha-zustand/) Es richtet sich einfach danach, wieviel Zeit Du hast und was Dein Umfeld zulässt 😉

Idealerweise führst Du diese Übung 2-3x täglich durch. Vielleicht mittags und abends, um Deine Augen vom vielen “Tagesinput” zu entlasten. Ein kleiner Tipp noch für einen schönen Abschluss dieser kurzen Auszeit: setze Dich dazu am besten auf einen Stuhl, reibe Deine beiden Handflächen aneinander bis eine angenehme Wärme entsteht. Schließe Deinen Augen und lege Deine rechte Hand auf das rechte Auge und die linke Hand auf das linke Auge, so dass jeweils ein kleiner Hohlraum unter der Hand entsteht. Lasse die Wärme und Dunkelheit wohltuend auf Deine Augen einwirken. Perfekt!

Ich hoffe, Du kannst diese kleine Auszeit für Deine Augen in Deinen Tagesablauf einplanen und den Entspannungseffekt spüren! Schreib mir gern Deine Erfahrungen, ich freue mich. Damit auch Deine Freunde, Kollegen, Familie oder wer immer davon profitieren können, leite diesen Artikel gern weiter!