Kannst Du Dir vorstellen, dass Farben Lösungen entstehen lassen können?

Es gibt Tage, Situationen, Erlebnisse da fühlen wir uns unwohl, können keine Entscheidungen treffen, haben Streit oder Meinungsverschiedenheiten in der Familie oder ein ungutes Klima mit Kollegen in der Firma. Wir hätten gern eine Lösung, aber Gespräche haben bisher kein zufriedenstellendes Ergebnis gebracht, bzw. unsere eigenen Grübeleien enden in einer Sackgasse. Ratschläge von außen scheinen auch nicht die richtige Lösung zu sein… was also kann ich tun, um diese für mich ungute Situation zu entspannen oder zu bereinigen?

Kurz ein Abriss der Entstehungsgeschichte: Der Farbdialog ist eine Methode ursprünglich aus der astrologischen Psychotherapie von Bruno Huber, heute auch Bestandteil der Kunst- und Gestalttherapie. Entwickelt hat sich diese Methode, weil Gespräche mit Klienten ins Stocken gerieten, Lösungsansätze unfruchtbar waren, der Zugang über die verbale Ebene nicht zielführend war. Beim Farbdialog wird gemalt statt geredet = nonverbale Kommunikation und das ganz spontan, d.h. wir überlegen nicht, was wir malen wollen, es entsteht einfach. Und es sind keine Vorkenntnisse bzw. kein Talent zum Malen notwendig!! Wichtig ist Freude an Farben zu haben und Offenheit für eine kreative Form der Problemlösung 😉

Nur durch das Malen (allein, zu zweit oder in einer Gruppe) können vom Unterbewusstsein Lösungen kreiert werden, die unser Verstand wahrscheinlich nie gefunden hätte. (wir kreieren Lösungen ja nur aus unseren bewussten Erinnerungen ähnlicher Situationen oder Themen) Durch die Wirkung der Farben, die entstehenden Formen und die Symbole kommen ungeahnte Lösungen zu Tage, festgefahrene Situationen ins Rollen, ist eine andere Sicht der Dinge plötzlich möglich oder ergeben sich neue Erkenntnisse.

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Wie funktioniert es nun und was braucht ihr zum Malen?

  • 1 Skizzen- oder Zeichenblock Größe A3 (wenn 4 Personen zusammen malen sollte es A2 oder sogar A1 sein) je größer desto besser, manchmal möchte man ganz lange und großflächige Striche malen
  • farbintensive Stifte (ich nehme Wachsmalkreiden Neocolor ll watersoluble der Firma Caran dÀche 30er Packung (https://www.gerstaecker.de/CARAN-D-ACHE-NEOCOLOR-II-wasservermalbare-Wachspastellstifte-Sets.html)
  • Packpapier oder Malunterlage
  • ggf. Feuchttücher, um zwischendurch die Finger zu reinigen 😉 (da die Wachsmalkreiden wasserlöslich sind, können sie ganz leicht entfernt werden, auch aus Kleidung!)
  • 1 großer Tisch für alle die mitmalen
  • Stühle/Hocker…

Es gibt ein paar einfache Regeln, die wir ja bei einem Gespräch auch unbewusst haben 😉 (siehe dazu https://youtu.be/Sjkei8vzcSk ) Tipp: um ein Durchbrechen der Stifte während des Malens zu verhindern, entferne ich die Banderole komplett und breche die Stifte in 2 oder 3 kleine Stücke

Hauptregel: während des Malens wird nicht gesprochen!! Das Thema, zu dem gemalt wird, wird vorher festgelegt, so ist es bei allen präsent, zwischendurch immer wieder an das Thema denken.

  • wenn ihr nicht allein malt, legt vorher bitte eine Reihenfolge fest
  • der Zeichenblock wird quer gelegt und wird auch während des Malens nicht gedreht
  • es malen alle auf einem Blatt, immer der Reihe nach
  • derjenige, der malt, sucht sich (am besten intuitiv) eine Farbe aus und malt so lange mit dieser Farbe wie er möchte, die anderen warten ab, wenn die Farbe weggelegt wird, ist der nächste dran
  • es darf übermalt werden, was andere gemalt haben
  • es werden keine Gegenstände/Menschen/Tiere gemalt
  • idealerweise wird so lang gemalt, bis das Blatt vollständig mit Farbe bedeckt ist, wenn man nicht mehr malen möchte, wird das kurz mitgeteilt
  • wenn alle oder man allein der Meinung ist, das der Malprozess beendet ist, wird das Bild gut sichtbar in 2-3 Meter Entfernung aufgehängt und betrachtet
  • im Nachhinein wird nichts mehr auf dem Bild verändert!!

Es ist super spannend, was da so entsteht (Schaut euch in Ruhe das Bild an, lasst es auf euch wirken) Manchmal ist es sehr abstrakt, oftmals sind aber auch Gesichter, Tiere, Pflanzen oä. erkennbar – aber immer ist es ein tolles Farberlebnis!! Beim Betrachten wird das Bild nicht bewertet, es können nur Befindlichkeiten, die während des Malens aufgetreten sind, ausgetauscht werden: wie habe ich mich gefühlt? wie war es abzuwarten, wenn andere gemalt haben? wie war es wenn etwas übermalt wurde, das man selbst gemalt hatte? wie empfand ich die Farbwahl der anderen? Es sollte jeder kurz ehrlich etwas dazu äußern. Vermeidet aber unbedingt, euch selbst gegenüber und in der Gruppe das Bild schlecht zu reden oder im Nachhinein Möglichkeiten zum „Verschönern“ zu sehen – es ist genauso gut, wie ihr das Bild abgeschlossen habt….das ist in diesem Moment die richtige Lösung!!!!

Idealerweise malst Du mit einigem zeitlichen Abstand noch 2 weitere Bilder zu dem Thema und hängst diese nach Möglichkeit gut sichtbar für Dich auf. Es kann aber auch bereits nach einem Bild eine Lösung auftauchen oder aber die Dringlichkeit oder Belastung durch das Thema für uns hat sich deutlich reduziert. Durch die Anregung unseres Unterbewusstseins, entstehen wirklich oft kreative Lösungsansätze. ein weiterer toller Effekt: Jeder merkt gerade bei einem Partner- oder Gruppenbild schnell, wo seine sozialen Ressourcen schlummern (dadurch, das immer nur einer malt, müssen alle anderen „zuhören und den Mund halten, den anderen ausreden lassen“). diese Erkenntnis wird idealerweise in die verbale Kommunikation mitgenommen werden 😉

Für mich ist der Farbdialog ein wunderbares Tool, um zur Ruhe zu kommen, Gedankenschleifen zu stoppen, feststeckende Lösungsansätze anzustupsen oder auch einfach nur einen Tag entspannt ausklingen zu lassen. Manchmal möchten wir einfach „selbst etwas tun können“, ohne jemand anderen um Hilfe zu bitten oder einen Therapeuten aufzusuchen. Freude an Farben und planloses kritzeln reichen vielleicht ganz oft schon aus 😉 einige meiner Themen, zu denen ich bisher gemalt habe: was steckt hinter körperlichen Symptomen (z.B. anhaltende Rückenschmerzen) oder aber auch was ist die Lösung für die körperlichen Symptome; wie entwickelt sich mein Business weiter; Verarbeitung von Trauerfällen; was braucht es um ein Projekt positiv zu lenken; wo sehe ich mich in 1 (3 oder 5) Jahren; während der Pubertät meiner Tochter 😉 ; generelles Gedankenwirrwarr -was steht jetzt an…..und noch vieles mehr…..

Übrigens Der Farbdialog bietet aber auch Abteilungen in Firmen einen super Ansatz als Teambuildingmassnahme, die soziale Kompetenz der Mitarbeiter kann sich weiterentwickeln und einzelne Mitarbeiter entdecken durch das Malen vielleicht versteckte Stärken, Lösungen für das Team können entstehen.

Farbdialog mit 2 Personen

Also…..auch wenn Du nur einen A4-Block und 5 Buntstifte hast – egal, leg einfach los!! Auch das wirkt und hilft!!

PS: beim Farbdialog passiert so viel im „Hintergrund“ durch die Wahl der Farben, die entstandenen Formen und Symbole und deren Lage/Anordnung auf dem Blatt. Für Dich ist das Wissen darüber und eine mögliche Interpretation des Gesamten erstmal nebensächlich. Auch für die Wirkung des Bildes auf Dein Unterbewusstsein ist es nicht ausschlaggebend. Wenn Du aber gern mehr Informationen zum Farbdialog möchtest, kontaktiere mich! Oder schreib mir einfach Deine Erfahrungen mit dieser tollen Methode.